Vom Nischenanbieter zum Pionier im Zirkulären Design
SAPOR GmbH
Die SAPOR GmbH ist seit Jahrzehnten im Bereich professioneller Waschraumausstattung verwurzelt. Was mit robusten Seifenspendern für den B2B-Bereich begann, entwickelt sich zunehmend zu einer Plattform für zirkuläre Innovationen. Mit dem neuen Produkt SAPOLINO, einem mobilen Taschenseifenspender, erschließt das Unternehmen erstmals den Endkundenmarkt.
Mit einem klaren Fokus: Langlebigkeit, Recyclingfähigkeit und Transparenz.
Der Moment des Umdenkens
Eine Schlüsselerfahrung war die Auseinandersetzung mit den Ideen von Cradle-to-Cradle, die die Notwendigkeit sortenreiner Materialien betonte. Statt diese als Einschränkung zu sehen, nahm SAPOR die Herausforderung an, eigene Kreisläufe zu schaffen und kombinierte innovative Naturfaser-Compounds mit recycelten Kunststoffen.
Materialien mit Zukunft
Für SAPOR steht die Auswahl der Materialien im Zentrum des Zirkulären Denkens. Ziel ist es, Produkte so zu gestalten, dass sie lange halten und am Ende ihrer Nutzung wieder in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden können.
Für die Gehäuse der Spender nutzt SAPOR Recyclingkunststoffe. Beim neuen Taschenspender SAPOLINO stammen sie aus Produktionsabfällen der Fahrradschlossherstellung. Die größeren Spender kombinieren Post-Consumer-Rezyklate aus dem Gelben Sack mit Gras- und Flachsfasern. Diese Mischung reduziert den Kunststoffanteil deutlich und sorgt gleichzeitig für langlebige und robuste Produkte.
Bei den Etiketten und Verpackungen ging das Unternehmen einen weiteren Schritt. Statt auf Standardpapier setzt SAPOR auf Silphie-Papier, gewonnen aus der mehrjährigen Donau Silphie Pflanze, die eigens in Deutschland angebaut wird. So entsteht ein Material, das klassische Papierfasern ersetzt und zugleich recyclingfähig bleibt.
Entscheidend ist dabei die Transparenz in allen Komponenten. Während beispielsweise große Anbieter Kunststoffkleber ohne klare Angaben einsetzen, entschied sich SAPOR bewusst für einen Lieferanten, der die Zusammensetzung offenlegt. Heute kommt ein wasserbasierter, recyclingfähiger Kleber zum Einsatz und macht das gesamte Etikett kreislauffähig.
Daran zeigt sich, ob Kunststoff, Naturfaser, Papier oder Kleber jedes Material wird bei SAPOR so ausgewählt, dass es sich in den Kreislauf einfügt. Erst in der Kombination entsteht ein Produkt, das nicht nur funktioniert, sondern auch konsequent zirkulär gedacht ist.
Kreisläufe schließen – konkret und sichtbar
Zirkularität bedeutet für SAPOR nicht nur, Materialien bewusst auszuwählen, sondern auch Verantwortung für den gesamten Lebenszyklus der Produkte zu übernehmen. So hat Sapor ein Rücknahme- und Reparatursystem integriert. Spendergehäuse sind mit einer lebenslangen Garantie ausgestattet. Bei Schäden werden die Geräte zurückgenommen und in den Kreislauf zurückgeführt.
Ergänzend sorgt eine konsequente Ersatzversorgung dafür, dass selbst jahrzehntealte Spender weiter genutzt werden können. Die ältesten bekannten SAPOR Trockenseifenspender im Markt im Einsatz sind über 60 Jahre alt.
Mit dem neuen Produkt SAPOLINO geht das Unternehmen noch einen Schritt weiter: Ein eigener Mini-Maschinenpark aus 3D Drucker und Schredder, Extruder und Spritzgussanlage soll ermöglichen, Materialien direkt vor Ort aufzubereiten und so kleine Kreisläufe sichtbar zu machen. Um dieses Denken auch für Verbraucher:innen greifbar zu gestalten, entstehen aus lokal gesammelten Kunststoffdeckeln kleine Anhänger, die sogenannten Charms, die als Symbol für Kreislaufwirtschaft im Alltag stehen.
So wird deutlich: Bei SAPOR endet Nachhaltigkeit nicht am Werkstor, sondern beginnt immer wieder von Neuem im geschlossenen Kreislauf.
Wirkung und Resonanz
Die Resonanz zeigt, dass der Ansatz wirkt:
- Kundeninteresse: Bereits vor Markteinführung des neuen Produktes SAPOLINO liegen Anfragen vor
- Ökologischer Beitrag: Durch langlebige Materialien, Kreislaufmodelle und regenerative Rohstoffe wird aktiv CO₂ und Plastikmüll vermieden.
- Vorbildfunktion: SAPOR inspiriert andere Unternehmen, stärker in geschlossenen Stoffkreisläufen zu denken.
Blick nach vorn
Mit Kampagnen will SAPOR die Soap To Go SAPOLINO europaweit bekannt machen und weitere Investitionen in Recyclingtechnologien ermöglichen. Perspektivisch sollen Rücknahmesysteme im Einzelhandel getestet und neue Outdoor-Varianten aus recycelten Kunststoffen entwickelt werden.
Empfehlung für Unternehmen
Aus ihren Erfahrungen leitet die SAPOR GmbH klare Botschaften für andere Unternehmen ab. An erster Stelle steht die Transparenz in der Lieferkette. Nur wenn die Lieferant:innen offenlegen, welche Materialien und Inhaltstoffe in ihrem Produkt stecken, können Unternehmen wirklich kreislauffähige Lösungen entwickeln.
Ebenso wichtig ist die Fähigkeit der Selbstkritik. Wer an eigenen Ideen hängt, neigt dazu, mögliche Schwächen auszublenden. Feedback von außen und die Bereitschaft, Dinge neu zu denken, sind daher unverzichtbar.
Auch im Produktdesign rät SAPOR zur Konsequenz. Nachhaltigkeit darf nicht an der Oberfläche enden. Langlebige und reparierbare Produkte sind der Schlüssel, um Glaubwürdigkeit zu schaffen und Ressourcen schonen. Dazu braucht es Resilienz und Durchhaltevermögen, denn nicht jeder Versuch gelingt sofort. Neue Materialien, Lieferant:innen oder Verfahren bringen Unsicherheiten mit sich, doch gerade darin liegt die Chance zur echten Innovation.
Schließlich appelliert SAPOR an Unternehmen, eigene Verantwortung zu übernehmen, anstatt auf gesetzliche Vorgaben zu warten. Rücknahmesysteme, Ersatzteile und eigene Recyclingmodelle zeigen, dass nachhaltige Wirtschaft auch ohne regulatorischen Druck möglich ist und im besten Fall zu einem Wettbewerbsvorteil führen.
Verantwortung mit Haltung
SAPOR versteht Nachhaltigkeit nicht als Marketingetikett, sondern als unternehmerische Verantwortung. Langlebige Produkte statt Sollbruchstellen, regionale Materialien statt globaler Massenware, Transparenz statt Greenwashing. Auch wenn die Politik noch hinterherhinkt, zeigt SAPOR: Man kann schon heute handeln. Die Botschaft ist klar: Zirkularität darf nicht auf morgen verschoben werden, sie beginnt im Hier und Jetzt.
Kontakt
Constanze Schweizer
Geschäftsführerin
UNESCO Welterbe Zollverein
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F +49 201 27989224
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