Enabling Circular Coating – Kreislaufwirtschaft in Beschichtungs- und Lackieranlagen bei Venjakob Maschinenbau
Venjakob Maschinenbau Gesellschaft mbH
Das Unternehmen
Venjakob Maschinenbau Gesellschaft mbH ist ein international tätiges Anlagen- und Maschinenbauunternehmen mit Sitz im ostwestfälischen Ostwestfalen-Lippe. Spezialisiert auf Lackier-, Beschichtungs- und Fördertechnik, entwickelt Venjakob hocheffiziente und maßgeschneiderte Systemlösungen für industrielle Produktionsprozesse – z. B. für Möbel- und Bauelementeindustrie, Automotive und Industrietechnik. Mit über 40 Jahren Erfahrung liefert das Unternehmen sowohl Standardanlagen als auch hochkomplexe Speziallösungen.
Unsere Motivation
„Wir gestalten Beschichtungstechnik mit Blick auf Ressourcenschonung, Kreislaufwirtschaft und Effizienz“ – so könnte der Leitgedanke lauten. Bei Venjakob stehen nicht nur Leistung und Präzision im Vordergrund, sondern zunehmend auch Nachhaltigkeit und langfristige Ressourcenschonung. Es geht darum, Energie-, Material- und Emissionsflüsse aktiv zu gestalten, Prozesse modular und reparaturfähig zu planen sowie geschlossene Ressourcen- und Stoffkreisläufe zu entwickeln.
Unser Weg
Kreislaufwirtschaft ist bei Venjakob kein Schlagwort, sondern integraler Bestandteil von Produkt- und Anlagenentwicklung. Beispiele:
- Anlagen mit Rückgewinnungslösungen für Lack- und Reinigungsmittel, sodass Überschussmaterialien wiederverwendet bzw. thermisch/Nutzenergie-verwertet werden.
- Modulbauweise bei Lackieranlagen, wodurch Austauschbarkeit von Baugruppen gewährleistet ist – damit Reparatur statt Neubeschaffung möglich ist.
- Einsatz von Wärmerückgewinnungssystemen, Frequenzregelung, intelligenter Steuerung und Ab-/Umlufttechnik mit minimaler Emissions- und Energiebelastung.
- Retrofit-Programme, bei denen Altanlagen modernisiert werden, statt komplett neu gebaut: damit Ressourceneinsatz und CO₂-Fußabdruck reduziert werden.
Stolpersteine
Der Weg zur echten Kreislaufwirtschaft in industriellen Anlagen birgt Herausforderungen:
- Bestehende Kundenprozesse sind oft stark etabliert – „Wir machen das seit Jahren so“-Mentalitäten. Umdenken und Veränderung sind notwendig.
- Technische und regulatorische Hürden: Manche Rückgewinnungs- oder Recyclingsysteme sind teuer oder gesetzlich nicht optimal gefördert.
- Wirtschaftlichkeit muss stimmen: Investitionen in Kreislauftechnik müssen sich mittel- bis langfristig amortisieren – dafür braucht es überzeugende Business Cases und kooperative Kunden.
- Interne Organisation & Lieferkette müssen mitziehen: Kreislaufprinzipien erfordern transparente Materialien, Wartungskonzepte und Rückführungslogistik.
Die Erfolge
Einige Highlights bei Venjakob:
- Eine Lackieranlage im Möbel-Segment mit integrierter Lösungsmittelrückgewinnung und Wärmerückgewinnung, die den Energieverbrauch um über 30 % reduziert hat.
- Wir machen bestehende Anlagen wieder fit: Bei einem langjährigen Kunden haben wir eine umfassende Modernisierung durchgeführt und die Altanlage auf den neuesten Stand der Technik gebracht – inklusive Umrüstung auf eine modulare, zukunftsfähige Bauweise. So konnten wir die Lebensdauer deutlich verlängern und eine kostspielige Neuinvestition vermeiden.
- Einführung von Ersatzteilmodulen und Austauschbaugruppen, wodurch die Stillstandszeiten beim Kunden signifikant sank und damit Ausschuss, Materialnachkauf und Energie-plus Emissionsbelastung reduziert wurden.
- In-house: Venjakob hat eine Photovoltaik-Anlage installiert, sodass ein großer Teil des Energiebedarfs am Standort selbst erzeugt wird – ein internes Beispiel für Prozess- und Anlagenoptimierung.
So geht es weiter
Venjakob setzt weiter darauf, Kreislaufprinzipien noch konsequenter zu verankern: neue Anlagen werden von Anfang an auf Reparaturfreundlichkeit, Modulbauweise, Rücknahme- bzw. Upgrade-Optionen gestaltet. Materialien und Prozesse werden so ausgewählt, dass Recyclingfähigkeit und Rückführung möglich sind – nicht nur beim Kunden, sondern auch in den eigenen Prozessen und Lieferketten. Zusätzlich ist geplant, digitale Services (Predictive Maintenance, Ersatzteil-Tracking) auszubauen, um Lebensdauer und Wiederverwendung von Baugruppen weiter zu erhöhen.
Was wir anderen mitgeben möchten
Wir bei Venjakob empfehlen:
- Seien Sie offen für Prozess- und Technikumbrüche – Kreislaufwirtschaft erfordert Mut zur Veränderung.
- Betrachten Sie Investitionen in Kreislauf- und Rückgewinnungstechnik nicht als Zusatzkosten, sondern als strategische Vorteile: geringerer Ressourcenverbrauch, längere Nutzungsdauer, Image- und Wettbewerbsvorteile.
- Kommunizieren Sie klar mit Ihren Mitarbeitenden, Lieferanten und Kunden – Veränderung gelingt nur im Dialog.
- Denken Sie modular, wartbar und serviceorientiert – nicht nur in Technik, sondern im Gesamtprozess.
- Setzen Sie auf messbare Kennzahlen: Energie- und Materialeinsparung, Rückgewinnungsquoten, Lebensdauerverlängerung – denn nur was gemessen wird, kann gesteuert werden.
Unser Rat an die Politik
Wir plädieren dafür, dass die Rahmenbedingungen für industrielle Kreislaufwirtschaft praxisnäher gestaltet werden: häufig sind rechtliche Hürden, z. B. im Abfall- und Stoffrecht, der Schlüsselverzag. Ein innovationsfreundlicher, pragmatischer Rechtsrahmen kann helfen, Kreislauftechnik schneller und effizienter in die Breite zu bringen – zum Vorteil von Unternehmen, Umwelt und Gesellschaft.
Zu guter Letzt
Wir sind überzeugt, dass Geschäftsmodelle basierend auf Circular Economy die Schlüsselidee für eine starke und nachhaltige Wirtschaft sind. Dazu müssen wir als Wirtschaft, Gesellschaft und Politik ganz neue Wege gehen. Das ist neu und manchmal anstrengend - aber es lohnt sich!
Wir reden gerne mit Ihnen!
Christian Nüßer
-Geschäftsführender Gesellschafter-
T: +49 (0) 5242 9603 121
christian.nuesser@venjakob.de
www.venjakob.de