Von nachhaltiger Effizienz zur regenerativen Wertschöpfung
Bürkert GmbH & Co. KG
Regenerative Wirtschaft als strategischer Nordstern
Bürkert Fluid Control Systems ist ein international tätiger Spezialist für Fluidtechnik mit Hauptsitz in Ingelfingen. Seit über 80 Jahren entwickelt das Unternehmen Lösungen zum Messen, Steuern und Regeln von Flüssigkeiten und Gasen. Für Branchen wie Food & Beverage, Pharma & Biotech, Lab & Analytical sowie Hydrogen im Energiesektor entstehen maßgeschneiderte Komponenten, Systemlösungen und digitale Services.
Mit mehr als 3.700 Mitarbeitenden in über 30 Ländern sowie globalen Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsstandorten verbindet Bürkert technologische Innovationskraft mit einem klaren Anspruch an Qualität und Prozesssicherheit.
Vor diesem industriellen Hintergrund hat sich Bürkert regenerative Wirtschaft als Vision gesetzt. Als Familienunternehmen denkt das Unternehmen langfristig und sieht sich in der Verantwortung, ökonomische Leistungsfähigkeit mit ökologischer und sozialer Verantwortung zu verbinden. Nachhaltigkeit ist dabei kein ergänzendes Handlungsfeld, sondern fest in der Unternehmensstrategie verankert mit dem Ziel, bestehende Strukturen kontinuierlich weiterzuentwickeln und perspektivisch in Richtung einer regenerativen Wirtschaftsweise zu denken.
Was bedeutet regenerative Wirtschaft für Bürkert?
Regeneratives Wirtschaften wird im Unternehmen als Weiterentwicklung klassischer Nachhaltigkeit interpretiert. Während sich Nachhaltigkeit häufig auf Reduktion und Vermeidung negativer Auswirkungen konzentriert, zielt Regeneration auf positive Wirkung ab.
Für Bürkert bedeutet das, Emissionen nicht lediglich zu kompensieren, sondern konsequent zu reduzieren, Prozesse ressourcenschonend auszurichten und Lösungen zu entwickeln, die nachhaltiges Wirtschaften auch bei Kund:innen fördern.
Die eingesetzten Technologien verbessern industrielle Anwendungen hinsichtlich Effizienz und Präzision und tragen so dazu bei, Produktionsprozesse insgesamt nachhaltiger zu gestalten. Der regenerative Ansatz geht darüber hinaus. Dieser wird verfolgt durch die Suche nach neuen Geschäftsfelder, die Potenzial haben, positiv zur Regeneration der planetaren Grenzen beizutragen.
Konkrete Ziele: Von Ambition zur Umsetzung
Ein kurzfristiges Ziel von Bürkert auf dem Weg zu einer regenerativen Wirtschaft ist es, die CO₂-Neutralität in Scope 1 und 2 bis zum Jahr 2028 zu erreichen. Dabei steht die reale Emissionsreduktion im Vordergrund – nicht bloß Kompensation. Darüber hinaus werden schon heute neue Märkte und Geschäftsmodelle erprobt, welche die Transformation von Bürkert hin zu einem regenerativen Unternehmen unterstützen.
Maßnahmen umfassen unter anderem:
- Energieeffizienz an Standorten durch den Ausbau erneuerbarer Energien
- Transparenz in der CO₂-Bilanzierung Scope 1, 2 & 3
- Erschließung neuer, regenerativer Märkte
- Erprobung & Ausbau zirkulärer Prozesse mit Bestandskunden
Wichtig ist: Nachhaltigkeitsziele werden nicht isoliert betrachtet, sondern in die Unternehmensstrategie integriert. Sie sind Teil der operativen Planung und werden strukturell verankert.
Produkte als Hebel für systemische Wirkung
Als Anbieter von Fluid Control Systems hat Bürkert einen besonderen Hebel: Die Produkte kommen in industriellen Anwendungen zum Einsatz, die hohe Energie- und Ressourceneffekte haben.
Durch effiziente Steuerungs- und Regeltechnik können Prozesse energieeffizienter, präziser und ressourcenschonender gestaltet werden.
Damit verschiebt sich der Nachhaltigkeitsfokus von „Was verursacht unser Unternehmen?“ hin zu „Welche Wirkung ermöglichen wir bei unseren Kund:innen?“. Genau hier liegt ein zentraler regenerativer Ansatz.
Um regenerativ zu wirken, bedarf es jedoch mehr als die Prozesse der Bestandskunden zu optimieren. Hierfür muss der Blick vom Produkt auf das System erweitert werden. Konkret bedeutet das für Bürkert, bei der Auswahl zukünftiger Zielmärkte besonderen Fokus auf die Frage nach deren Wirkung zu legen. Erste Success Stories können aus den Bereichen Hydrogen und New Food berichtet werden.
Global denken, lokal handeln
Regenerative Transformation ist bei Bürkert keine isolierte Initiative, sondern ein bereichsübergreifender Prozess. Unterschiedliche Funktionen, von Entwicklung und Produktion über Einkauf bis hin zum Management, arbeiten eng miteinander zusammen, um Nachhaltigkeitsziele systematisch umzusetzen auf dem langen Weg zu einem regenerativen Unternehmen.
Insbesondere die standortübergreifende Abstimmung spielt bei Bürkert eine zentrale Rolle. Als international aufgestelltes Unternehmen definiert Bürkert globale Leitlinien, berücksichtigt jedoch gleichzeitigt regionale Rahmenbedingungen und Besonderheiten. So entstehen Lösungen, die strategisch konsistent sind und sich operativ in den einzelnen Werken und Märkten verankern lassen.
Die Vision einer „regenerativen Wirtschaft“ wird bei Bürkert nicht als Einzelverantwortung verstanden, sondern als gemeinschaftliche Aufgabe der gesamten Organisation. Transparenz, Austausch und interdisziplinäre Zusammenarbeit bilden die Grundlage dafür, ökologische Ziele strukturell zu integrieren und langfristig weiterzuentwickeln.
Kultur als Erfolgsfaktor
Als Familienunternehmen sieht Bürkert seine Werte als entscheidende Grundlage. Langfristigkeit, Verantwortung und Innovationskraft bilden das Fundament der Nachhaltigkeitsstrategie.
Die Transformation hin zu regenerativem Wirtschaften wird dabei auch als kultureller Prozess verstanden:
- Mitarbeitende werden eingebunden
- Wissen wird geteilt
- Nachhaltigkeit wird zur gemeinsamen Aufgabe
Regeneration beginnt somit nicht nur in Prozessen, sondern im Mindset.
Herausforderungen auf dem Weg
Der Übergang von nachhaltigem zu regenerativem Wirtschaften bringt Herausforderungen mit sich:
- Komplexe Lieferketten
- Internationale Abstimmungen
- Technologische Umstellungen
- Neuer Fokus bei der Auswahl zukünftiger Zielmärkte
- Messbarkeit von Wirkung
Bürkert begegnet diesen Herausforderungen mit klar definierten Zielen, transparenter Kommunikation und struktureller Verankerung in der Organisation.
Was andere Unternehmen daraus lernen können
Bürkert zeigt, dass Regeneratives Wirtschaften kein radikaler Bruch ist, sondern eine strategische Weiterentwicklung.
Für Unternehmen, die am Anfang stehen, lassen sich drei zentrale Impulse ableiten:
- Nachhaltigkeit strategisch verankern nicht als Projekt, sondern als Leitlinie.
- Wirkung mitdenken: Nicht nur interne Emissionen reduzieren, sondern auch den Einfluss der eigenen Produkte betrachten.
- Realistische, messbare Ziele setzen und diese organisatorisch absichern.
Regeneration beginnt nicht mit Perfektion, sondern mit Klarheit und konsequenter Umsetzung.
Kontakt
Andrea Häussermann
Program Manager Sustainability
Christian-Bürkert-Straße 13-17
74653 Ingelfinge